Multiple Sklerose

Spastizität bei Multipler Sklerose

Der Verlauf einer multiplen Sklerose (MS) ist völlig unvorhersagbar und individuell verschieden. Manche Patienten leiden nur an einer minimalen Symptomatik während andere durch eine rasch fortschreitende Erkrankung zunehmend Behinderungen erleiden. Der individuelle Verlauf kann zu verschiedenen Zeiten ebenso zwischen beiden Extremen stattfinden.
Allgemein kann man sagen, dass Behinderungen bei einem Krankheitseintritt im jüngeren Alter langsamer voranschreiten und dass die Erholung nach Erkrankungsschüben oft fast vollständig sein kann.
Dennoch, die MS schreitet mit oder ohne schubhaftes Auftreten von Erkrankungszeichen voran, und die klinische Zeichen von Ausfallserscheinungen werden nach dem 40. Lebensjahr deutlich sichtbar, die Heilungstendenz nimmt ab.
Beginnt die Erkrankung in höherem Lebensalter, dann sind klinische Attacken anfangs häufig und obwohl deren Auftreten zurrückgeht stellt sich infolge der geringen Erholungstendenz rasch bleibende Behinderungen ein.
Obwohl der Verlauf der multiplen Sklerose individuell sehr unterschiedlich ist lassen sich dennoch Erkankungsstadien und unterschiedliche Verläufe klassifizieren.

Spastizität kann infolge der Zerstörung von Nervenbahnen zu höheren Kontrollzentren wie dem Kleinhirn entstehen. Dadurch bedingt entfällt deren steuernder Einfluss auf Reflexbahnen im Rückenmark. Diese Reflexzentren können dann in der Folge ungehemmt Muskelkontraktionen auslösen. Ganze Muskelgruppen die normalerweise gegengleich zusammenarbeiten (Beuger und Strecker)werden dann unkoordiniert gleichzeitig aktiviert und über längere Zeit angespannt. Spastizität kann sich nur in Steifigkeit eines Gliedes, nur Schwäche oder beidem manifestieren.
Am häufigsten sind Muskelgruppen der Stützmuskulatur des Rückens und der Beine betroffen.