Ethylenglykolvergiftung
Ethylenglykolvergiftungen (zB Frostschutzmittel in Autokühlern und Zentralheizungen) verursachen eine schwere metabolische Azidose (Übersäuerung), Nierenversagen und enden oft tödlich. Bisherige Standardtherapie war die Gabe von Alkohol im Zusammenhang mit einer Hämodialyse. Seit 2002 ist Fomezipol, ein Inhibitor der Alkoholdehydrogenase in Europa zur Behandlung dieser Vergiftung zugelassen. Fomepizol ist bei zeitgerechtem Therapiebeginn gut wirksam und hat im Gegensatz zu Alkohol kaum Nebenwirkungen. Fomepizol eignet sich, obwohl für diese Indikation nicht zugelassen, auch zur Therapie einer Methylalkoholvergiftung (zB Modellflugzeugbenzin). Entsprechende Therapieemfehlungen können rund um die Uhr von der Vergiftungszentrale des AKH Wien (Tel: 01-406 43 43) abgefragt werden. Allein beim Verdacht auf die Aufnahme toxischer Alkohole ist unverzüglich der Arzt oder das nächste Krankenhaus aufzusuchen. Wenn vorhanden ist es empfehlenswert Gebinde oder Reste der getrunkenen Flüssigkeit zur genaueren Analyse mitzunehmen. Wichtig ist, dass keine Zeit verloren wird, da bei einem frühen Therapiebeginn derartige Vergiftungen ohne Spätfolgen behandelt werden können
