Diagnose

Bei Verdacht auf das Vorliegen eines Bluthochdruckes im Lungenkreislauf wird neben einer genaue Erhebung der Krankengeschichte eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt. Im Verlaufe der ersten Abklärung sind neben der Familienanamnese die Angaben zur Einnahme von Drogen oder Medikamenten von besonderer Bedeutung.

Ein allfälliger Verdacht wird durch die Gegenwart von belastungsabhängiger Atemnot klinisch unterstützt.
Weitere Anhaltspunkte bieten charakteristische Veränderungen des Elektrokardiogramms, sowie die Ultraschalluntersuchung des Herzens, mittels der die Mechanik der Herzklappen und allfällige krankhafte Veränderungen des Strömungsmusters, sowie Veränderungen der Wanddicke und des Volumnes der rechten Herzkammer nachgewiesen werden können.
Andere bildgebende Verfahren wie das Thoraxröntgen tragen ebenso zur Diagnose bei.
Die Aufarbeitung der Laboruntersuchungen können Hinweise auf die Ursache der Erkankung geben und helfen bei der Planung der Therapie. Parameter die dazu obligatorisch herangezogen werden sind Blutbild, Gerinnungslabor, Leberwerte, ev. vorhandene Autoantikörpern; bei Vorliegen von eines entsprechenden Risikoprofiles ist auch eine Testung auf HIV zielführend.
Die Analyse der Blutgase kann einen allfälligen Sauerstoffmangel und eine Übersäuerung des Blutes als erschwerende Ursachen für eine pulmonale Hypertension auschließen. Normale Werte sind aber mitunter kein Garant dafür, dass nicht während der Nachtruhe abnorme Werte auftreten. 20% der Patienten mit chronisch obstruktiver Atemwegserkankung leiden an einer nächtlichen Sauerstoffminderversorgung. Diese bedingt dann reflektorisch einen Blutdruckanstieg im Lungenkreislauf, welcher zum einen durch die Engstellung der Gefäße in der Lunge und zum anderen durch einen Anstieg des Herzminutenvolumens verursacht wird.

Patienten mit Zeichen eines Lungenhochdruckes im EKG und im Thoraxröntgen werden weiters mit Lungenfunktionstests abgeklärt. Dadurch kann man allfällige obstruktive oder restriktive Veränderungen der Lunge genau quantifizieren. Veränderungen dieser Art bedingen aber nur bei schwerer Ausprägung das Auftreten eines Bluthochdruckes im kleinen Kreislauf.
Ein hochauflösendes Computertomogramm (CT) der Lungen ist dazu geeignet nicht im Röntgen sichbare Veränderungen im Sinne eines bindegewebigen Umbaues des Lungengewebes zu zeigen. Solche Veränderungen können zB durch autoimmunologische Erkankungen bedingt sein.
Wenn alle bisher genannten Untersuchungen wenig aufschlußreich waren, dann muß auch ein möglicher Verschluß von Lungengefäßen durch Blutgerinnsel ausgeschlossen werden. Das geschieht durch die gleichzeitige Untersuchung von Belüftung und Durchblutung der Lunge mit dem sogenannten Ventilations/Perfusions Scan. Zeigt sich dort ein segmentaler Ausfall von Durchblutung und Belüftung, so wird durch die Durchführung einer Angiographie die genau Situation und das Ausmaß der Gefäßverschlüsse weiter abgeklärt und die Möglichkeit einer allfälligen chirurgischen Sanierung der Situation geprüft. Zur Diagnose eines thromboembolisch Verschlusses von Lungengefäßen wird oft auch das Spiral CT herangezogen.
Ergeben alle genannten Untersuchungen keinen klaren Hinweis auf die Ursache eines bestehenden Lungenhochdruckes, dann liegt möglicherweise eine primäre pulmonale Hypertension vor. Mittels einer Herzkatheteruntersuchung läßt sich in diesem Fall noch klären ob versteckte Shunts (abnorme Verbindungen zwischen kleinem und großem Kreislauf), Herzfehler oder Gefäßverengungen vorliegen oder ob die Diagnose primäre pulmonale Hypertension als Auschlußdiagnose endgültig bestätigt werden kann.