Diagnose

Symptome wie Müdigkeit, Leistungsminderung, Nachtschweiß, eventuell spontane Blutungen, Fieber, Gewichtsverlust und Vergrößerung von Milz und Leber führen dazu, daß im Rahmen eine Routinelabors eine starke Vermehrung der weißen Blutkörperchen festgestellt wird. Normal sind Leukozytenzahlen bis zu 10.000/µl. Bei der CML kann die Zellzahl auf über 500.000/µl ansteigen.
In einem frühen Erkrankungsstadium sind gleichzeitig auch oft die für die Blutgerinnung wichtigen Thrombozyten vermehrt. Im weiteren Erkrankungsverlauf beanspruchen die Leukämiezellen das Konchemark zunehmend für sich und behindern so die Bildung von roten Blutkörperchen und Thrombozyten. Es kommt zu einer Blutarmut und Blutungsneigung. Im Blutlabor zeigen sich dabei eine Abnahme des Hämoglobins und der Thrombozyten.
Die genaue Auszählung und Untersuchung der Blutzellen erfolgt im sogenannten peripheren Blutausstrich (Blutbild). Wenn die Leukozyten über 50.000/µl erhöht sind, ist eine weitere zytochemische Untersuchung des Blutausstriches zielführend. Dabei wird die Aktivität der alkalischen Leukozytenphosphatase (ALP) gemessen. Bei Vorliegen einer CML ist diese deutlich vermindert.
Weitere Hinweise für das Vorliegen einer CML lassen sich durch die Entnahme von Gewebsproben aus dem Knochenmark gewinnen. Dabei werden aus dem Beckenkammes oder dem Brustbein 5 - 10ml Knochenmarksflüssigkeit und ein kleiner Gewebezylinder entnommen. Bei der CML zeigen sich unter dem Mikroskop folgende Veränderungen:
Im Gegensatz zum Gesunden wo das fetthaltige Knochenmark überwiegt, zeigt sich beim CML-Patienten vor allem blutbildendes Mark mit zahlreichen weißen Blutkörperchen und deren Vorstufen. Rote Blutkörperchen und deren Vorstufen sind oft kaum mehr zu finden. In mehr als 90% der Fälle wird bei der weiteren Untersuchung des Knochenmarks eine für die CML relativ typische Chromosomenveränderung der weißen Blutkörperchen (das Philadelphia-Chromosom) gefunden.