Diagnose
Nach Erhebung der Krankengeschichte und Durchführung der körperlichen Untersuchung wird eine Blutabnahme durchgeführt. Das Blutbild zeigt eine deutlich erhöhte Anzahl roter Blutkörperchen (Erythrozyten) mit ebenfalls erhöhtem Hämoglobin (Sauerstoff und Kohlendioxydtransportprotein) - und Hämatokritwerten (Anteil zellulärer Bestandteile im Blut hier oft über 55 Prozent). Da die Vermehrung zellulärer Bestandteile des Blutes auch für eine chronisch myeloische Leukämie typisch sein kann, wird zum Ausschluss dieser die alkalische Leukozytenphosphatase bestimmt, sowie das Fehlen des Phildelphia Chromosoms oder des Abnormen Gens BRAC-ABL festgestellt.
Wichtig für die Diagnose ist auch die Abgrenzung gegenüber einer reaktiven Vermehrung der Erythrozyten. Eine solche kann z.B. durch eine Lungenerkrankung bedingt sein, das läßt sich mit einem Lungenröntgen, einer Lungenfunktionsprüfung und einer Blutgasanalyse feststellen). Die Messung des Erythropoetinspiegels im Blut dient ebenfalls zur Abgrenzung der Erkrankung. Erythropoetin wird in der Niere gebildet, wenn diese an Sauerstoffmangel leidet und regt das Wachstum von roten Blutzellbildung im Knochenmark an. Bei der Polyzythämia Vera wird Erythropoetin in der Niere in veringertem Ausmaß gebildet, da durch das Übermaß an Erythrozyten die Sauerstoffversorgung des Organs reichlich ist. Weitere Untersuchungen mittels Oberbauchsonographie (Ultraschall) dienen der Erhebung von Leber- und Milzgröße. Die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm schließlich dient der Absicherung der Diagnose.
