Thromboreductin®
Gebrauchsinformation
Ihr Arzt hat Ihnen Thromboreductin® verschrieben,
bitte lesen Sie die folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Thromboreductin®
GEBRAUCHSINFORMATION
Thromboreductin® 0,5 mg-Kapseln
Wirkstoff: Anagrelid
Z.Nr.:1-24286
Zusammensetzung
1 Kapsel enthält: 0,5 mg Anagrelid als Hydrochlorid
Hilfsstoffe: Lactose Monohydrate, Povidone, Crospovidone, Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat Titandioxid E171, Indigo Carmine E 132, Gelatine, Wasser
Arzneiform und Packungsgröße
Eine Packung zu 100 Kapseln
Eigenschaften und Wirkungsweise
Blutplättchensenkendes Medikament
Zulassungsinhaber
Orpha-Devel Handels und Vertriebs GmbH, 3002 Purkersdorf
Hersteller
AOP Orphan Pharmaceuticals AG, Wilhelminenstr. 91/II f/B4, 1160 Wien
Anwendungsgebiete
Zur Behandlung einer erhöhten Blutplättchenzahl
Gegenanzeigen
Wann darf Thromboreductin® 0,5 mg nicht eingenommen werden?
Thromboreductin® 0,5mg darf nicht eingenommen werden bei
- Überempfindlichkeit gegen Anagrelid (Wirkstoff in Thromboreductin® 0,5 mg), Lactose oder sonstige Bestandteile des Arzneimittels (s. Zusammensetzung)
- Schweren Herzerkrankungen
- Schwangerschaft und Stillperiode
Wann darf Thromboreductin® 0,5 mg nur unter besonderer Vorsicht eingenommen werden?
Im folgenden wird beschrieben, wann Thromboreductin® 0,5 mg nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht eingenommen werden darf. Bitte fragen Sie hierzu den behandelnden Arzt. Dies gilt auch, wenn die Angaben früher
einmal zutrafen.
Für gebärfähige Frauen: bitte lesen Sie den Absatz „Was muss in der Schwangerschaft beachtet werden“.
Thromboreductin® 0,5 mg darf nur nach Rücksprache mit einem Arzt und nur unter besonderer Vorsicht eingenommen werden bei:
- Herzerkrankungen
- gestörter Nieren- und Leberfunktion
Was muss in der Schwangerschaft beachtet werden?
Thromboreductin® 0,5 mg darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Sie müssen während der Therapie schwangerschaftsverhindernde Maßnahmen treffen. Bitte besprechen Sie diese Maßnahmen mit Ihrem Arzt. Sollten Sie trotzdem schwanger werden, nehmen Sie bitte unmittelbar mit Ihrem Arzt Kontakt auf.
Eine geplante Schwangerschaft muss mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden: Ihr Arzt wird Sie über therapeutische Maßnahmen für die Zeit der Schwangerschaft und Stillperiode ausführlich beraten und die für Sie günstigste Vorgangsweise definieren.
Was muss in der Stillzeit beachtet werden?
Während der Behandlung mit Thromboreductin® 0,5 mg darf nicht gestillt werden.
Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise
Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?
Es wird empfohlen, Blutbild und Nierenfunktionswerte während der Behandlung mit Thromboreductin® 0,5 mg bis zur Erreichung der Zieldosis in wöchentlichen Abständen, danach nach Ermessen des behandelnden Arztes zu kontrollieren. Nach sechsmonatiger Behandlung reichen viermalige Kontrollen pro Jahr aus.
Was muss im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt beachtet werden?
Die Auswirkungen von Thromboreductin® 0,5 mg auf Tätigkeiten, die Ihre volle Aufmerksamkeit erfordern (z.B. Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen), sind unbekannt. Generell ist aber besonders bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente eine Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens nicht ausgeschlossen. Nach einer Überdosierung von Thromboreductin® 0,5 mg sollten Sie jedoch keinesfalls Auto fahren und Maschinen bedienen (siehe Anwendungsfehler und Überdosierung).
Für Kinder unerreichbar aufbewahren!
Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewendete Arzneimittel gelten können. Ohne Wissen des behandelnden Arztes sollten keine anderen Arzneimittel - auch keine frei verkäuflichen Arzneimittel - eingenommen werden.
Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Thromboreductin® 0,5 mg oder werden selbst in Ihrer Wirkung durch Thromboreductin® 0,5 mg beeinflusst?
Unbekannt. Für eine Reihe von Arzneimitteln die folgende Wirkstoffe enthielten, wurden keine Wechselwirkungen festgestellt: Acetylsalicylsäure, Acetaminophen, Furosemide, Eisen, Ranitidine, Hydroxyharnstoff, Allopurinol und Digoxin. Falls Sie mit Heparin behandelt werden, melden Sie dies bitte Ihrem behandelnden Arzt.
Welche Genussmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden?
Normale Essensaufnahme hat keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Thromboreductin® 0,5 mg.
Dosieranleitung, Art und Dauer der Anwendung
Die Dosierung wird individuell durch Ihren behandelnden Arzt festgelegt und durch ihn kontrolliert. Bitte halten Sie sich an diese Dosiervorschriften, weil Thromboreductin® 0,5 mg sonst nicht richtig wirken kann.
Wie oft und in welcher Menge sollte Thromboreductin® 0,5 mg eingenommen werden?
Üblicherweise wird die Behandlung mit einer Kapsel Thromboreductin® 0,5 mg pro Tag begonnen und die Dosis anschließend gesteigert. Die Erhaltungsdosis beträgt in den meisten Fällen ca. 1 bis 3 mg pro Tag. Sie sollte stufenweise ('einschleichend')
durch Steigerung der Dosis um 0,5 mg pro Woche erreicht werden. Die Tagesdosis sollte aufgrund der kurzen Halbwertszeit des Wirkstoffes Anagrelid nach Erreichen der Zieldosis möglichst auf zwei bis drei Einzelgaben verteilt werden.
Wie und wann sollte Thromboreductin® 0,5 mg eingenommen werden?
Die Kapseln sollten unzerkaut mit Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser), möglichst auf zwei (alle 12 Stunden) bis drei Einzelgaben (alle 8 Stunden) über den Tag verteilt, eingenommen werden. Eine Umstellung von einem anderen Arzneimittel auf Thromboreductin® 0,5 mg oder eine andere Kombinationsbehandlung sollte schrittweise nach Angaben des behandelnden Arztes erfolgen.
Wie lange sollte Thromboreductin® 0,5 mg eingenommen werden?
Thromboreductin® 0,5 mg ist als Dauertherapie vorgesehen. Die Einnahme der Kapseln darf auf keinen Fall ohne Rücksprache mit dem Arzt unterbrochen oder beendet werden.
Anwendungsfehler und Überdosierung
Was ist zu tun, wenn Thromboreductin® 0,5 mg in zu großen Mengen eingenommen wurde (beabsichtigt oder versehentlich)?
Im Falle einer Überdosierung sollte unverzüglich ein Arzt/Notarzt zu Rate gezogen werden und, wenn möglich, das Arzneimittel sowie diese Gebrauchsinformation vorgelegt werden. Bei Überdosierungen kann es zu einem Abfall des Blutdrucks kommen. Dies kann sich durch Schwindel, Herzklopfen und Schwarzwerden vor den Augen ausdrücken. Sie sollen daher nach einer Überdosierung keinesfalls Auto fahren oder Maschinen bedienen.
Was muss beachtet werden, wenn zuwenig Thromboreductin® 0,5 mg eingenommen wurde oder eine Einnahme vergessen wurde?
Die vergessene Dosis sollte nicht durch die Einnahme der doppelten Menge ausgeglichen werden. Dies kann besonders zu Beginn der Therapie zum verstärkten Auftreten der unter 'Nebenwirkungen' beschriebenen Erscheinungen führen. Zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt sollte die verordnete Dosis eingenommen werden, wie es der Arzt verschrieben hat. Der behandelnde Arzt sollte darüber unterrichtet werden.
Was muss beachtet werden, wenn die Behandlung unterbrochen oder vorzeitig beendet wird?
Sollten Sie die Behandlung unterbrechen wollen, besprechen Sie dies vorerst mit dem behandelnden Arzt. Beenden Sie nicht eigenmächtig ohne ärztliche Beratung die medikamentöse Behandlung. Ein selbständiges Absetzen von Thromboreductin® 0,5 mg kann zu Komplikationen führen.
Nebenwirkungen
Welche Nebenwirkungen können nach Einnahme von Thromboreductin® 0,5 mg auftreten?
Folgende unerwünschte Wirkungen traten während einer Therapie mit Anagrelid auf, die meistens in der Intensität gering waren oder mit Zunahme der Therapiedauer abnahmen: Kopfschmerzen, Herzklopfen, Durchfall, Schwäche, Ödeme, Übelkeit, Bauchschmerzen, Verwirrtheit, Schmerzen, Atemnot, Blähungen, Erbrechen, Fieber, Hautausschlag, Brustschmerzen, Appetitlosigkeit, Herzrasen, Rachenentzündung, Malaise, Husten, Parästhesie, Rückenschmerzen, Hautjucken, Verdauungsstörung. Eine Reihe anderer Nebenwirkungen traten während der Therapie mit Thromboreductin® 0,5 mg auf, wobei der Zusammenhang mit der Einnahme des Medikamentes nicht ursächlich gegeben sein muss.
Bei welchen Nebenwirkungen sind Gegenmaßnahmen zu ergreifen?
Beim Auftreten von Kopfschmerzen (dies kann besonders zu Beginn der Therapie auftreten) kann Ihr Arzt ein Mittel gegen Kopfschmerzen verschreiben (wie z.B. Acetaminophen), bei Auftreten von Diarrhöe das Mittel Lactase (z.B. Laluk®). Bei schweren allergischen Reaktionen ist Thromboreductin® 0,5 mg sofort abzusetzen, ebenso bei deutlichen und auffälligen Zeichen einer Herzfunktionsstörung, Leber- oder Nierenfunktionsstörung nach Gabe von Thromboreductin® 0,5 mg. Sollten Sie eine oder mehrere andere der oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden kann. Sollten Nebenwirkungen beobachtet werden, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie dies bitte dem Arzt oder Apotheker mit.
Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit und Lagerung des Arzneimittels
Das Verfalldatum dieses Arzneimittels ist auf der Packung aufgedruckt. Verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht mehr nach diesem Datum!
Wann ist Thromboreductin 0,5 mg auch vor dem Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwendbar?
Bei Rissen in der Oberfläche der Kapseln, Verfärbungen, Verlust an Festigkeit sollte Thromboreductin 0,5 mg auch vor Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwendet werden.
Nicht Über 25°C lagern!
Stand der Information: August 2001
Bei Unklarheiten fachliche Beratung einholen!

